Friday, 1 November 2019

CREATABLE WORLD: Ginas Tagebuch, Teil 1


Liebes Tagebuch,


Mein Name ist Gina Marino. Auf dem Foto, das bin ich. Ich bin erst am Dienstag, den 1. Oktober 2019 mit meiner Familie nach Olpe gezogen. Das ist auch mein Geburtstag!

Aber das weißt du ja eigentlich, denn zwei Tage früher kam ein Päckchen aus Italien in meinem alten Zuhause an, in dem du gesteckt hast. Das wusste ich da aber noch nicht. Denn du warst in hübsches, buntes Geschenkpapier gewickelt und es war ein Brief dabei, in dem stand, dass ich dich erst an meinem Geburtstag öffnen sollte.


Daran habe ich mich auch gehalten. Und mich sehr gefreut. Du bist mein erstes Tagebuch. 

Ich weiß nicht… haben Tagebücher eigentlich Namen? Ich habe beschlossen, du schon. Und zwar werde ich dich Gino nennen. Warum, verrate ich dir später.

Ich erzähle dir erst mal etwas über mich. Vielleicht wunderst du dich, dass ich Gina heiße, wo ich doch wie ein Junge aussehe. Ich bin aber ein Mädchen. In der neuen Schule, die ich seit gestern besuche, nennen sie mich jetzt schon Gino. Das finde ich eigentlich lustig. Und deshalb heißt du jetzt auch so – wie mein neuer Spitzname!

Geboren wurde ich in Florenz in Italien, und da habe ich auch mit meiner Familie die ersten Jahre meines Lebens verbracht.

Mein Opa – der Papa von meinem Papa – hatte dort eine Pizzeria. Da war ich natürlich gerne! 

Aber ich bin auch schrecklich gerne mit meiner Oma – der anderen Oma, die Mama von meiner Mama – in der Stadt herum gelaufen und habe mir da die schönen großen Fresken angesehen.


In meiner Heimatstadt gibt es schrecklich viele tolle Gebäude und auch Fresken berühmter Künstler. Zum Beispiel die Kathedrale Santa Maria de Fiore von Filippo Brunelleschi, der ein Architekt war. Da gibt es das berühmte Fresko „Dante und die göttliche Komödie“ von Domenico di Michelino. Einer von vielen berühmten Künstlern der Renaissance in Florenz.

Die haben wir uns immer gerne angesehen, meine Oma und ich. Ich mag nämlich Kunst und male sehr gerne. Vielleicht kann ich später mal Fresken restaurieren, das wäre toll!

Meine Oma ist übrigens Chinesin und kommt ursprünglich aus Shanghai, wo mein Opa sie, als er jung war, auf einer Weltreise kennen lernte. Vielleicht sieht man es mir noch etwas an. Meiner Mutter auf jeden Fall! Meine Mutter ist übrigens auch künstlerisch begabt, sie arbeitet als Dolmetscherin, ist aber auch Fotografin. Von ihr stammen die Fotos im Brief.

Die Eltern von meinem Papa sind nicht so abenteuerlustig gewesen. Opa und Oma Marino stammten aus Carraia, das ist ein kleines Dorf in der Toskana, sehr nahe bei Florenz. Die hab ich als Kind auch sehr gerne besucht. 

Sie hatten ein paar Ziegen, Hühner, einen Hund, Katzen und andere Tiere. Tiere mag ich nämlich auch sehr gerne! Auf dem zweiten Bild siehst du mich zusammen mit dem Ziegenbock von meiner Oma.


Vor drei Jahren sind wir dann nach Coslada gezogen. Das ist in Madrid in Spanien. 

Mama hatte dort eine gut bezahlte Arbeit gefunden, und auch Papa konnte in einem Restaurant Fuß fassen. Obwohl auch Madrid toll war und sehr schöne Gebäude und Kunst hatte, war ich dort nicht so gerne. Mein Spanisch war zu Anfang nicht sehr gut und ich konnte in der Schule keine richtigen Freunde finden. Natürlich habe ich auch meine nonni vermisst, meine Großeltern, und die Tiere.


Aber wenigstens hatte ich meinen Zeichenblock!

Und jetzt wohnen wir hier in Deutschland! Hoffentlich finde ich hier Freunde. Denn hier werden wir wohl länger bleiben. Mein Papa hat jetzt nämlich seine eigene Pizzeria, die er nächste Woche eröffnet. Sie heißt Pizzeria Firenze – das ist italienisch und heißt Florenz. 

Stell dir vor, meine Oma ist zusammen mit ein paar Künstlerfreunden gekommen und malt jetzt Dante an eine Wand im Gastraum! Natürlich wird es nicht ganz genau so schön wie das echte Fresko. Sagt Oma. Ich finde, schon! Und ein chinesisches Bild passt nicht so gut zur Einrichtung in einer Pizzeria, oder?


Ach ja… Mama mag es nicht so gerne, wenn ich immer wie ein Junge aussehe. Hier ist ein Bild von mir in meinen Sonntagssachen und mit meiner Perrücke – die habe ich nämlich auch. Das finde ich sehr lustig, denn viele Kinder in Spanien dachten, ich hätte eine Zwillingsschwester!

Das Foto ist das Lieblingsbild von Mama, und sie hat es als Hintergrund auf ihrem Handy!


Jetzt höre ich aber erst mal auf zu schreiben, du weißt ja jetzt schon sehr viel über mich!


deine Gina



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Hallo liebe Blogleser!

Ginas Tagebuch - ich dachte, das ist mal eine kleine Abwechslung. Ein paar Seiten mehr gibt es schon, und ich will sie hier so nach und nach einstellen.

Die Pizzeria Firenze in Olpe gibt es nicht (dafür aber jede Menge andere schöne) und auch nicht die Straße und das Haus, in denen Gina lebt. Schließlich ist sie ja nur eine Puppe und sie wohnt in meinem Haus zusammen mit all den anderen Puppen, die ich hier so vorstelle.

Den Bauernhof in der Toscana gibt es auch nicht, das Dorf nahe Florenz aber schon. Die Orte, die ich hier verwende, sind ein Mix aus realen Orten und fiktiven. Das Dante-Fresko in Florenz gibt es natürlich tatsächlich!


Jetzt wünsche ich euch aber erst mal ein schönes Wochenende,

Alles Liebe,

Calaminthe!

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