Liebes Tagebuch,
Mein
Name ist Gina Marino. Auf dem Foto, das bin ich. Ich bin erst am
Dienstag, den 1. Oktober 2019 mit meiner Familie nach Olpe gezogen.
Das ist auch mein Geburtstag!
Aber
das weißt du ja eigentlich, denn zwei Tage früher kam ein Päckchen
aus Italien
in meinem alten Zuhause an, in dem du gesteckt hast. Das wusste ich
da aber noch nicht. Denn du warst in hübsches, buntes Geschenkpapier
gewickelt und es war ein Brief dabei, in dem stand, dass ich dich
erst an meinem Geburtstag öffnen sollte.
Daran
habe ich mich auch gehalten. Und mich sehr gefreut. Du bist mein
erstes Tagebuch.
Ich weiß nicht… haben Tagebücher eigentlich
Namen? Ich habe beschlossen, du schon. Und zwar werde ich dich Gino
nennen. Warum, verrate
ich dir später.
Ich
erzähle dir erst mal etwas über mich. Vielleicht wunderst du dich,
dass ich Gina heiße, wo ich doch wie ein Junge aussehe. Ich bin aber
ein Mädchen. In der neuen Schule, die ich seit gestern besuche,
nennen sie mich jetzt schon Gino. Das finde ich eigentlich lustig. Und deshalb
heißt du jetzt auch so – wie mein neuer Spitzname!
Geboren
wurde ich in Florenz in Italien, und da habe ich auch mit meiner
Familie die ersten Jahre meines Lebens verbracht.
Mein
Opa – der Papa von meinem Papa – hatte dort eine Pizzeria. Da war
ich natürlich gerne!
Aber ich bin auch schrecklich
gerne mit meiner Oma – der anderen Oma, die Mama von meiner Mama –
in der Stadt herum
gelaufen und habe mir da die schönen großen Fresken angesehen.
In
meiner Heimatstadt gibt es schrecklich viele tolle Gebäude und auch
Fresken berühmter Künstler. Zum Beispiel die Kathedrale Santa Maria
de Fiore von Filippo Brunelleschi, der ein Architekt war. Da gibt es
das berühmte Fresko „Dante und die göttliche Komödie“ von
Domenico di Michelino. Einer von vielen berühmten Künstlern der
Renaissance in Florenz.
Die
haben wir uns immer gerne angesehen, meine Oma und ich. Ich mag
nämlich Kunst und male sehr gerne. Vielleicht kann ich später mal
Fresken restaurieren, das wäre toll!
Meine
Oma ist übrigens Chinesin und kommt ursprünglich aus Shanghai, wo
mein Opa sie, als er jung war, auf einer Weltreise kennen lernte.
Vielleicht sieht man es mir noch etwas an. Meiner Mutter auf jeden
Fall! Meine Mutter ist übrigens auch künstlerisch begabt, sie
arbeitet als Dolmetscherin, ist aber auch Fotografin. Von ihr stammen
die Fotos im Brief.
Die
Eltern von meinem Papa sind nicht so abenteuerlustig gewesen. Opa und
Oma Marino stammten aus Carraia, das ist ein kleines Dorf in der
Toskana, sehr nahe bei Florenz. Die hab ich als Kind auch sehr gerne
besucht.
Sie hatten ein paar Ziegen, Hühner, einen Hund, Katzen und
andere Tiere. Tiere mag ich nämlich auch sehr gerne! Auf dem zweiten
Bild siehst du mich zusammen mit dem Ziegenbock von meiner Oma.
Vor
drei Jahren sind wir dann nach Coslada gezogen. Das ist in Madrid in
Spanien.
Mama hatte dort eine gut bezahlte Arbeit gefunden, und auch
Papa konnte in einem Restaurant Fuß fassen. Obwohl auch Madrid toll
war und sehr schöne Gebäude und Kunst hatte, war ich dort nicht so
gerne. Mein Spanisch war zu Anfang nicht sehr gut und ich konnte in
der Schule keine richtigen Freunde finden. Natürlich habe ich auch
meine nonni vermisst, meine Großeltern, und die Tiere.
Aber
wenigstens hatte ich meinen Zeichenblock!
Und
jetzt wohnen wir hier in Deutschland! Hoffentlich finde ich hier
Freunde. Denn hier werden wir wohl länger bleiben. Mein Papa hat
jetzt nämlich seine eigene Pizzeria, die er nächste Woche eröffnet.
Sie heißt Pizzeria Firenze – das ist italienisch und heißt
Florenz.
Stell dir vor, meine Oma ist zusammen mit ein paar
Künstlerfreunden gekommen und malt jetzt Dante an eine Wand im
Gastraum! Natürlich wird es nicht ganz genau so schön wie das echte Fresko. Sagt Oma. Ich finde, schon! Und ein chinesisches Bild passt nicht so gut zur Einrichtung in
einer Pizzeria, oder?
Ach
ja… Mama mag es nicht so gerne, wenn ich immer wie ein Junge
aussehe. Hier ist ein Bild von mir in meinen Sonntagssachen und mit
meiner Perrücke – die habe ich nämlich auch. Das finde ich sehr
lustig, denn viele Kinder in Spanien dachten, ich hätte eine
Zwillingsschwester!
Das
Foto ist das Lieblingsbild von Mama, und sie hat es als Hintergrund
auf ihrem Handy!
Jetzt
höre ich aber erst mal auf zu schreiben, du weißt ja jetzt schon
sehr viel über mich!
deine
Gina
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Hallo liebe Blogleser!
Ginas Tagebuch - ich dachte, das ist mal eine kleine Abwechslung. Ein paar Seiten mehr gibt es schon, und ich will sie hier so nach und nach einstellen.
Die Pizzeria Firenze in Olpe gibt es nicht (dafür aber jede Menge andere schöne) und auch nicht die Straße und das Haus, in denen Gina lebt. Schließlich ist sie ja nur eine Puppe und sie wohnt in meinem Haus zusammen mit all den anderen Puppen, die ich hier so vorstelle.
Den Bauernhof in der Toscana gibt es auch nicht, das Dorf nahe Florenz aber schon. Die Orte, die ich hier verwende, sind ein Mix aus realen Orten und fiktiven. Das Dante-Fresko in Florenz gibt es natürlich tatsächlich!
Jetzt wünsche ich euch aber erst mal ein schönes Wochenende,
Alles Liebe,
Calaminthe!



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